Über uns

Schule allein reicht nicht

Um sensibel und umfassend Mädchen*, Jugendlichen und jungen Frauen* begegnen zu turmkönnen, ist ein funktionierendes Netzwerk unserer Ansicht nach unerlässlich. Der Arbeitskreis Mädchen* besteht im Kleinen seit dem Jahr 2000 und trifft sich seitdem jährlich. Die erste Mädchen*klasse der Albert-Schweitzer-Schule wurde hingegen bereits 1991 etabliert. Die Praxis zeigt, dass der Bedarf an geschlechtergerechter Pädagogik ungebrochen ist und die Problemlagen, so unser Eindruck, zudem zugenommen haben. Ohne ein Umdenken der Lehrer*innen, Mut zu einem eher unkonventionellen Verstehen von Schule und – ohne Zweifel – der wichtigen außerschulischen Anlaufstellen, ist das Gelingen eines solchen Konzepts nicht denkbar.
Um förderliche, mädchen*spezifische Schulangebote ausweiten und verbessern zu können, bedarf es an politischer Rückendeckung und intensivierter Vernetzung.

Warum Mädchen*klassen trotz Bildungsreform von 1969?

Mädchen*klassen verleiten schnell dazu, an tradierte Konstrukte zu denken, die natürlichIMG_5170 – bedenken wir die Geschichte der Mädchen*bildung – einen unumstößlichen Stellenwert hatte und hat. Tatsächlich darf zwischen reinen Mädchen*schulen, derer es noch knapp 163 von bundesweit ca. 38.000 allgemeinbildenden Schulen (Stand 2015) gibt, ihr Profil sich jedoch zumeist an Gymnasiast*innen und Realschüler*innen (Quelle Mädchen*schulen) richtet und Mädchen*klassen, die sich aus existenzielleren Gründen bewusst wieder dem monoedukativen Unterricht zuwenden, unterschieden werden. Mädchen*schulen ermöglichen bspw. einen störungsfreieren Zugang zu „Jungs*fächern“; tatsächlich scheinen sich dadurch mehr Mädchen* für naturwissenschaftliche Berufe zu entscheiden (Beispiel Internetaufritt einer Mädchen*schule).
Mädchen*klassen wollen hingegen grundlegend (wieder) Zugang zu Schule oder schulähnlichen Settings ermöglichen. Auch wenn sich freilich Mädchen*themen und biografische Schräglagen überschneiden, ist davon auszugehen, dass jene Mädchen* bzw. Jugendliche und junge Frauen*, die zumeist in Mädchen*klasssen an SBBZs emotionale und soziale Entwicklung begleitet werden, ein Mehr an individuellen Zugangsweisenholzkiste benötigen. Häufig verhindern prekäre Lebensverhältnisse – familiär, ökonomisch, gesellschaftlich, … – einen positiven Blick auf sich selbst, einhergehend mit auf die Zukunft bezogener Resignation. (Politisch forcierte) Koedukation würde – bedenken wir den viel diskutierten „Legitimationszwang“ monoedukativer Angebote – an den Bedürfnissen der Mädchen*, Jugendlichen und jungen Frauen* scheitern und erfahrungsgemäß zu Schulabsentismus führen. Kleinschrittige bzw. prozessorientierte, oft in Wohnungen angebotene Formen der unterrichtlichen Begegnung wollen Vertrauen in die (erwachsene) Umwelt und die eigenen Fähigkeiten anstreben. Verlässlichkeit und in Beziehung bleiben sind dabei grundlegend, um (wieder) Anforderungen an die Schülerinnen stellen und somit eine Ausweitung der Unterrichtsstunden ermöglichen zu können. Was zunächst als Schutzraum verstanden werden kann, ist oft notwendige Brücke, um zukünftig (annähernd) bestehen zu können. Dazu gehört ausnahmslos für alle Schüler*innen das Erlangen eines Schulabschlusses.
Dabei werden wir durch Netzwerke gestützt, die diesen Weg ebnen und für eine gelingende Mädchen*arbeit unerlässlich sind.

Deswegen wünschen wir uns …

⊕eine Vernetzung und regelmäßigen Austausch mit Mädchen*klassen bundesweit
⊕ein Netzwerk, das sich geschlechtergerechten Themen widmet
⊕auch intersektional und professionsübergreifend angelegte Veranstaltungen (Weiterbildungen – Fachtage – Seminare – Vorträge)

Wir verstehen uns …

⊕als interaktive Plattform, die auch „Handwerkzeug“ sein kann, um sich bspw. über bestimmte Themen zu informieren (Anlaufstellen, Literatur, …)
⊕als Lernende

Dafür brauchen wir EUCH!

⊕schickt uns Veranstaltungshinweise, außerschulische Kooperationspartner*innen, Literatur, …
⊕übt Kritik, um einseitige Betrachtungsweisen zu verhindern

Das steht u. a. noch aus …

⊕aktuell liegt der inhaltliche Fokus auf Baden-Württemberg, obwohl der Arbeitskreis Mädchen* auch aus Kolleg*innen der Bundesländer Nordrhein-Westfahlen und Niedersachensen besteht
⊕gerne würden wir weitere Seiten etablieren, die eine bundesweite Suche nach bspw. Wohnangeboten oder (beratenden) Institutionen vereinfacht

 

Auf geht`s!

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Über uns

  1. Super! Freue mich auf den Austausch!
    Als erstes habe ich mal eine Frage, könnte mir jemand noch die Kontaktdaten von Frau Dr. Martina Hoanzl zukommen lassen. Ich würde sie sehr gerne für eine Fortbildung für unsere Einrichtung gewinnen 🙂

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