Nachgedacht: „Als würde man Knochenbrüche mit Pflastern behandeln …“

„Jedenfalls erklärte L. nun, dass sie als Fachlehrerin ein paar Jahre recht gute Arbeit geleistet, aber eine tiefgreifende und zunehmende Unzufriedenheit mit ihrer Rolle empfunden habe. Das Problem sei die Zeit gewesen, die jämmerlichen Minuten – um nicht zu sagen Sekunden -, die man dem einzelnen Schüler widmet, wenn man in einer kurzen Schulstunde je fünfundzwanzig, dreißig von ihnen begegnet. Als würde man Knochenbrüche mit Pflastern behandeln, meinte sie, oder Psychosen mit Mundspray, der Nächste bitte, der Nächste bitte (…). Als Beratungslehrerin hatte sie zumindest die Chance, unter das Kräuseln an der Oberfläche zu dringen und hinter die schwachen Notsignale, die in einem Klassenzimmer aus Zeitmangel so schwer zu registrieren und zu deuten sind.“ (aus einem Roman von Hakan Nesser)

IMG_0022Ich bin versucht, Lehrer*innenzufriedenheit, Verantwortung jungen Menschen gegenüber und – wieder einmal – das Schulsystem (bzw. jene, die an starren Strukturen festhalten) zu hinterfragen.
Lass ich.
Die Worte sprechen für sich. Für die eigene Nase ist jede*r selbst verantwortlich …

 

 

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